Streuobstbau im Klimawandel

Grundlagen-Wissen

AUSGANGSLAGE

Das Thema ist sehr komplex und wird daher vielseitig und detailreich diskutiert. Gemeinsamer Tenor ist, dass wir alle Neuland betreten. Weil die Zeit drängt, regen wir an, vor Ort in alle Richtungen selbst auszu­probieren und zu forschen und die eigenen Beobachtungen oder Erkenntnisse der IG Streuobst RLP mitzuteilen.

Betroffen sind sämtliche Streuobst-Aktive und -Interessierte im Ehrenamt, in der Freizeit und im Beruf.

Jeder Verein, jedes Unternehmen, jede Behörde, jede andere Institution und Privatperson, welche sich in irgendeiner Form mit Streuobstbau auseinandersetzt oder beschäftigt, braucht zukunftsfähige Streuobstbestände.

Im weiteren Sinne betrifft es die

  • Umweltressourcen wie Biodiversität, Luft-, Boden- und Wasserhaushalt
  • Nahrungssicherheit, Gesundheit, Erholung
  • Klimaschutz
  • Orts- und Landschaftsbild sowie
  • soziales Miteinander, regionale Identität, Kultur und Umweltverständnis.

Weil wir sehen, dass der Streuobstbau bedeutende Beiträge zum Klimaschutz, zur Klimaanpassung, zur vielseitigen Versorgung der Bevölkerung und zur Förderung der Biodiversität leisten kann. Er zählt zu den Agroforstkulturen, von welchen es weltweit zahlreich verschiedene Systeme gibt. Viele von ihnen werden schon seit Jahrhunderten, sprich seit Generationen, an die wandelnden ökologischen, ökonomischen und sozialen Gegebenheiten angepasst – so auch unser heimische Streuobstbau. Das bäuerliche Züchten und das gemeinschaftliche Engagement sind hierfür die Basis.

Mit der Austauschplattform der IG Streuobst RLP soll die Fortentwicklung des Streuobstbaus unterstützt werden.

Kurzfristig soll eine Art Leitfaden als Orientierungshilfe für Praktiker:innen entwickelt werden. Er soll sich aus  bürgerlichen und wissenschaftlichen Forschungen speisen. Seine Inhalte sollen regelmäßig neu geprüft werden. Dadurch erhoffen wir, schneller den regionalen Lösungen näher zu kommen.

Mittelfristig gilt es, umfängliche Arbeiten über Projektfinanzierungen zu ermöglichen. Das Thema „Klimaschutz und Klimaanpassung“ soll sich auch in allen weiteren Projektanträgen der IG Streuobst RLP wiederfinden, welche auf den ersten Blick nichts mit Klimaschutz oder Klimaanpassung zu tun haben (z. B. bei Sortenerhalt- und Baumschnittprojekte). Ziel ist es, ein zukunftsfähiges Gesamtpaket zu schnüren.

LÖSUNGSANSÄTZE

Leitfaden für Praktiker:innen entwickeln

Der Leitfaden wird am Anfang voraussichtlich mit einfachsten Mitteln gestaltet, dafür aber in kürzeren Abständen überprüft und aktualisiert.

  • Ausbau der wissenschaftlichen Begleitung durch Hochschulen und andere Institutionen
  • Verbesserung der Teilhabe-Möglichkeiten für bürgerlich Forschende (z. B. cloud-basierter Austausch)

Pilotprojekte und Partnerschaften anregen

  • Kooperation der IG Streuobst RLP mit Akteuren, welche bereits seit längerem in der Praxis erproben
  • Verschneiden und Auswerten von bestehenden Daten über Sorten, Boden/Standort, Wasser, Wiesenpflanzen als Indikatoren etc.

Bildungsangebote schaffen und Wettbewerb fördern

  • Tagesseminare mit Praktiker:innen in teilnehmenden Beständen (vergleichbar mit > Obstbaumschnitt-Symposium), Austausch zu den Methoden, Vergleiche ermöglichen.
  • Veranstaltungsreihe „Mistelfreie Kommunen“; Mistel als Symbol für Klimawandel kombiniert mit klimaangepasster Altbaumpflege (z. B. bei > Obstbaumschnitt-Symposium).

Am 14. September 2021 wurde die Entwickler-Gruppe „Streuobstbau im Klimawandel“ eingerichtet. Sie steuert fortan die Prozesse.

Dieser Text wird noch erstellt.

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Der immer schlimmer werdende Wassermangel ist ein Riesenproblem in der Südpfalz. Guter Schnitt, Pflege der Baumscheiben, gezielte Sortenwahl helfen nur bedingt. Natürlich gießen wir die Neuzugänge in den ersten Jahren! Was aber können wir bei den Älteren tun?

Um das Wasser besser auf der Fläche halten zu können, müsste evtl. Boden bewegt werden. Das ist bürokratisch ein Riesenaufwand.

Welche nicht so etablierten Arten und Sorten , z.B. Kaki, Indianerbanane, …..?, können vielleicht in Zukunft Obst liefern auf Standorten, die für Äpfel ungeeignet werden?

Um mehr CO2 und Wasser im Boden zu binden ist der Aufbau von Humus nötig. Es gibt bereits verschiedene Ansätze. Welcher ist geeignet für Obsthochstämme?